OHI UPDATE 2021 – Gelungene österreichische Messe und Fortbildung

OHI UPDATE 2021 – Gelungene österreichische Messe und Fortbildung
Veranstaltungen

Am Samstag den 9. Oktober 2021 fand zum sechsten mal die österreichische Hörakustik und Augenoptik Convention „OHI UPDATE“ statt. Das OHI UPDATE 2021 bot im SO/Sofitel Wien mit über 240 Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern ein deutliches Lebenszeichen der österreichischen Branche nach der durch die CoVID-19 bedingte Pause der letzten eineinhalb Jahre.

Wissenschaftliche Vorträge und Industrie an einem Platz

Neben sechs wissenschaftlichen Vorträgen zu Hörakustik und Augenoptik, wurde im SO/Sofitel Wien eine begleitende Industrie-Messe mit 42 Ausstellern und einem eigenen French Corner abgehalten und ist somit gegenüber 2019 nochmals um etwa 20% gewachsen. Und beim OHI UPDATE wurde von den Besuchern auch geordert und mit der Industrie Verkaufstermine vereinbart. Das macht das OHI UPDATE in Wien zu einem wichtigen Verkaufsplatz über den sich die Industrie durchwegs positiv äußerte.

Impressionen



Vorträge Hörakustik

Dr. Sybille Seybold, MPH

Dr. Sybille Seybold, MPH ist studierte Logopädin und Gesundheitswissenschaftlerin der Universität Oldenburg und hat ihre Leidenschaft beim Thema Kommunikationstrainings in der auralen Rehabilitation. Aus ihrer eigenen praktischen Arbeit heraus, hat sie sich mit den Herausforderungen betroffener Personen als auch deren Angehöriger beschäftigt. Zusammen mit australischen Forschern ist es ihr gelungen, ein aus neun Modulen bestehendes Kommunikationstraining mit dem Namen ZAK (Zusammen aktiv kommunizieren) in deutscher Sprache zu entwickeln.

Wichtig war Seybold das es dabei um ein Verhaltenstraining geht, welches sowohl dem Hörgeschädigten als auch den Angehörigen Werkzeuge in die Hand gibt. So wird einerseits die eigene Wahrnehmung und Akzeptanz erhöht und werden andererseits auch Strategien entwickelt um in anspruchsvollen Situationen besser an Unterhaltungen teilnehmen zu können. Als Ziel wird eine Steigerung der Kommunikationsfähigkeit, eine Schulung der Wahrnehmung und der Selbstwirksamkeit, sowie eine Steigerung der Lebensqualität angestrebt.



Prof. Dr. Josef Kessler

Prof. Dr. Josef Kessler von der Neuropsychologie der Memory Clinic Köln Jüllich ließ in seinen Vortrag zum Hörverlust als Risiko für kognitive Beeinträchtigungen oder eine spätere Demenzentwicklung mit der Erkenntnis aufhorchen, dass die SARS-CoV 2 Erkrankung auch das Nervensystem attackieren und neurologische Erkrankungen auslösen kann. So ist das menschliche Gehirn das flexibelste und modifizierbarste Organ – und das ein Leben lang. Im Alter finden diverse kognitive Veränderungen statt.

Diese betreffen aber hauptsächlich die fluide Intelligenz, wie zum Beispiel die Verarbeitungsgeschwindigkeit oder das episodische Gedächtnis. Verschiedene altersabhängige Risikofaktoren können jedoch kognitive Beeinträchtigungen fördern. Neben Alkohol und Rauchen, spielt zu 8% ein Hörverlust eine erhebliche Rolle als erhöhtes Risiko einer Demenzerkrankung. So steht eine periphere Hörstörung mit einer beschleunigten Hirnatrophie im Zusammenhang. Zusammenfassend stellte Dr. Kessler fest, dass das Aufrechterhalten vom Hören einen positiven Effekt auf eine Vielzahl an Gehirnfunktionen hat.



Prof Dr. Hartmut Meister

Prof Dr. Hartmut Meister ist Leiter für die audiologische Forschung am Jean Uhrmacher Institut für klinische Forschung. Er schilderte dem Auditorium die Erkenntnisse einer klinisch-praktisch wissenschaftlichen Studie wie Aufmerksamkeitsmechanismen sich auf Zuhören und Verstehen auswirken. In seiner Studie wurden in verschiedenen Altersgruppen die Hörfähigkeit in Bezug auf eine Höranstrengung getestet. Erstaunt waren die Forscher darüber, dass die älteren, guthörenden im Vergleich zur jungen, guthörenden Studienteilnehmern keinen signifikanten Unterschied beim Konzentrieren auf wechselnde Sprecher in einer Gruppe von Sprechern hatten.

Die kognitive Trennung konkurrierender Sprachsignale ist eine entscheidende Voraussetzung für die Lenkung der Aufmerksamkeit. Fehlerquellen wie Falsch- oder Nichtverstehen, als auch Verwechslungen zwischen Ziel- und Maskierungssprecher, lassen sich mit einer Verbesserung der Hörfähigkeit – etwa mit Hörsystemen – durch die Übertragung räumlicher und stimmlicher Merkmale, die bei der Differenzierung helfen, minimieren.



Das neue Format hat sich bewährt

Harald Belyus und Walter Gutstein

„Die Weiterentwicklung vom OHI UPDATE von einer reinen Fortbildungsveranstaltung zu einer Kombination mit einer respektablen österreichischen Messe hat sich gelohnt“, resümiert OHI Geschäftsführer Walter Gutstein. „Mit dem Wechsel des Veranstaltungsortes in das SO/Sofitel Wien haben sich zusätzlich auch für die Konzeption und Durchführung Möglichkeiten in größeren Dimensionen ergeben. Insbesondere, dass beim OHI UPDATE 2021 auch geordert wurde hat uns enorm gefreut“, so Gutstein. 

„Wir sind besonders dankbar, dass unsere Veranstaltung trotz oder gerade wegen der Pandemiepause von den Kolleginnen und Kollegen so gut angenommen wurde. Der hohe Besucheranteil hat das OHI UPDATE 2021 zum österreichischen Branchenfest dieses Jahres gemacht“, ergänzt OHI Geschäftsführer Harald Belyus.

Das nächste OHI UPDATE 2021 wird am Samstag, den 10. September 2022 im SO/Sofitel Wien stattfinden.